Wir in der Presse
Schritt für Schritt, 16. März 2006, Seite 3
Stadtteilzeitung für den Soldiner Kiez
Happy Birthday, lieber Kinderclub!
Zwei Jahre Engagement für die Kinder im Kiez
Die achtjährige Nuri zündet sorgfältig eine Kerze nach der anderen auf dem Kuchen an. Das Licht wird ausgeschaltet. Alle sinken: „Happy Birthday, lieber Kinderclub". Es wird wieder hell, und alle dürfen - endlich - kosten.
Heute, am 8. Februar 2006, wird der Kinderclub in der Soldiner Straße 5 zwei Jahre alt. Als alles begann, war der Freizeitladen an zwei Nachmittagen in der Woche geöffnet. Es gab acht ehrenamtliche Mitarbeiter - und jede Menge Kinder. Mittlerweile ist der Club für etwa 80 Kinder aus dem Kiez zu einer festen Anlaufstelle geworden. Angebote gibt es an drei Nachmittagen der Woche. Mit Mitteln der „Aktion Mensch" konnte 2005 eine tägliche Hausaufgabenhilfe aufgebaut werden. Obwohl es nun zwei Hauptamtliche gibt, ruht der Hauptteil der Arbeit noch immer auf den Schultern von acht Ehrenamtlichen. Wer als Helfer mitmachen will, muss pädagogische Erfahrung mitbringen, persönliche Eignung und Einstellung werden geprüft. „Hier sind die Kinder weder minderwertig noch nervig, sondern wir begegnen ihnen mit Herzlichkeit", sagt Linda Zimmermann. „Wir betreuen nicht nur, wir bilden."
Durch die Hausaufgabenhilfe haben sich einige Kinder in der Schule verbessert. Aus neun verschiedenen Herkunftsländern kommen deren Familien. „Im Kinderclub darf nur Deutsch gesprochen werden", erläutert Zimmermann. „Wir machen hier Sprachförderung auf spielerische Art." An der Wand hängen die aufgeschriebenen Club-Regeln. Sie wurden mit den Kindern gemeinsam erarbeitet. Klauen, Schreien, Ärgern, Drohen sind verboten, genauso wie auf den Tischen zu hüpfen oder krümeliges Essen zu essen. Dafür darf man spielen, tanzen, lachen, basteln und Kuchen backen. „Stop-Tanz" ist besonders populär. Heute tanzen die Mädchen zu arabischer Musik. Das nächste Mal wollen sie Musik aus Sri Lanka hören. Die Kultur der Kinder zu respektieren und einzubeziehen, ist für die Betreuer sehr wichtig. Dabei müssen sie sich aber auch mit Erziehungsmethoden auseinandersetzen, denen sie nicht zustimmen. „Das Beste ist immer noch, wenn wir den Kindern vorleben, dass wir uns bei Konflikten nicht anschreien oder schlagen", sagt Zimmermann.
Mindestens 20.000 Euro kostet es im Jahr, den Kinderclub am Laufen zu halten - auch wenn die meiste Arbeit ehrenamtlich geleistet wird. Der Kinderclub hat daher einen gemeinnütziger Verein gegründet und sucht nach Sponsoren und privaten Spendern. (Katrin Arnholz)
Kinderclub
Offener Freizeitladen für Schüler
Soldiner Str. 5
13359 Berlin
www.kinderclub-berlin.de




